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Mit Narkose in den letzten Schlaf

11 Aug 2021
Sterbenskrank im Christophorus Hospiz in München: Was, wenn der Arzt gebeten wird, dem Leiden ein Ende zu setzen?.

Palliative Sedierung, also die kontrollierte Ausschaltung des Bewusstseins durch Medikamente, verkürzt nicht das Leben, sondern dient der Linderung der Leiden. Eine medizinethische Klarstellung.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Suizidassistenz verworfen hat, wurden mehrere Gesetzentwürfe zur Neuregelung vorgestellt. Im April hat der Bundestag in einer orientierenden Debatte zur Frage debattiert. Eine Entscheidung wird es nicht mehr in dieser Legislatur geben, doch die Debatte darüber, wie sich die Ärzteschaft verhalten soll, bleibt virulent. Das in der Berufsordnung vieler Länderkammern ausgesprochene Verbot der Suizidassistenz musste aufgrund des Urteils aufgegeben werden, doch haben die Ärzte im Rahmen des Ärztetages im Mai Suizidassistenz als Teil ärztlicher Tätigkeit erneut zurückgewiesen. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin verbleibt bei ihrer Ablehnung der Beteiligung von Palliativmedizinern. Doch wird in einigen Gesetzentwürfen Ärzten eine bedeutende Rolle bei der Durchführung der Suizidassistenz zugeschrieben. Nicht selten wird dies begründet unter Verweis auf den Umgang von Ärzten mit Handlungen am Lebensende, denen eine Absicht, den Tod herbeizuführen, unterstellt wird. Doch diese Behauptung ist irrig.

Palliative Medizin umfasst ein weites Spektrum von Behandlungen. Dies reicht von der empathischen Zuwendung über Aromatherapie zur Steigerung des Wohlbefindens, medikamentöse Schmerztherapie bis hin zu Verabreichung von Opioiden über Pumpsysteme in das Rückenmark oder computergesteuerter Bestrahlung von Metastasen im Skelettsystem. Manchmal ist palliative Therapie technisch anspruchsvolle Gerätemedizin.

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