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Frankfurter Forscher finden Angriffspunkte für Corona-Therapie

20 Jul 2021
Eine Packung Unheil: Die Virushülle umgibt die Erbsubstanz des Erregers, die RNA.

In der Erbsubstanz von SARS-CoV-2 gibt es Abschnitte, die so gut wie nie durch Mutationen verändert werden. Dort könnten Medikamente gegen das Virus angreifen, wie Frankfurter Forscher gezeigt haben.

Biochemiker der Goethe-Universität haben zusammen mit internationalen Kollegen mehrere Schwachstellen im Erbgut von SARS-CoV-2 entdeckt, die sich als Angriffspunkte für Medikamente eignen könnten. Die Wissenschaftler um Harald Schwalbe wiesen nach, dass mehrere kleine Moleküle an bestimmten Sequenzen des Virusgenoms andocken können, die fast nie durch Mutationen verändert werden. Diese Entdeckung ließe sich nutzen, um die Vermehrung des Erregers in Körperzellen zu hemmen.

Das Forscherkonsortium identifizierte zunächst 15 kurze Abschnitte auf dem RNA-Strang von SARS-CoV-2, die sich in ähnlicher Form auch bei anderen Coronaviren finden. Diese Sequenzen haben vermutlich wichtige regulatorische Funktionen. Virusproben aus dem vergangenen Jahr zeigten, dass diese Stellen nur äußerst selten von Mutationen betroffen waren.

Schwalbe und seine Kollegen ließen 768 verschiedene kleine Moleküle aus einer Substanzdatenbank mit diesen RNA-Abschnitten reagieren. Wie Untersuchungen mithilfe der Kernresonanzspektroskopie zeigten, banden 69 dieser Moleküle an 13 der 15 Abschnitte, drei davon sehr spezifisch an nur eine Sequenz. Das beweist nach Schwalbes Worten, dass sich diese Stellen sehr gut als Angriffspunkte für Medikamente eignen. In einer infizierten Zelle mache die Virus-RNA bis zu zwei Drittel der gesamten RNA aus, sodass sich mit geeigneten Wirkstoffen die Vermehrung von SARS-CoV-2 erheblich stören lassen dürfte. Das Forscherteam hat inzwischen damit begonnen, kommerziell verfügbare Substanzen zu untersuchen, die den erprobten Molekülen chemisch ähneln.

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