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EMA weist auf schwere allergische Reaktion als Nebenwirkung hin

12 Mrz 2021
Eine Spritze wird mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufgezogen.

Nächster Dämpfer für das Vakzin: Nachdem mehrere Länder die Impfung mit dem Wirkstoff von Astra-Zeneca ausgesetzt haben, weist die Europäische Arzneimittelbehörde nach Vorfällen in Großbritannien auf die Nebenwirkungen hin.

Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astra-Zeneca kann nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schwere allergische Reaktionen auslösen. Anaphylaxie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen sollten in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden, erklärte die EMA am Freitag unter Verweis auf mehrere Fälle in Großbritannien.

Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen Impflingen in Großbritannien, erklärte die Behörde mit Sitz in Amsterdam. Nach einer sorgfältigen Auswertung der Daten halte das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee einen Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und der Impfung mindestens in einigen dieser Fälle für wahrscheinlich.

Gleichzeitig wies die EMA darauf hin, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung sind. Der Astrazeneca-Beipackzettel empfiehlt bereits jetzt, dass Patienten nach einer Impfung noch mindestens 15 Minuten unter Beobachtung bleiben sollten, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können.

Nach Berichten über vereinzelte ernsthafte Erkrankungen nach Impfungen hatte Dänemark den Gebrauch des Corona-Impfstoffes von Astra-Zeneca vorsorglich ausgesetzt. Deutschlands nördliches Nachbarland kündigte am Donnerstag an, für vorläufig 14 Tage auf den Einsatz des Präparats des britisch-schwedischen Unternehmens zu verzichten. Grund seien Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Menschen, die mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien, teilte die dänische Gesundheitsverwaltung mit. Diese sollten nun näher untersucht werden. Die Behörde sprach ebenso wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke von einer Vorsichtsmaßnahme.

Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von Astra-Zeneca vorübergehend zu stoppen. Gleiches unternahm das EU-Land Bulgarien und verwies auf den Tod einer 57 Jahre alten Frau nach der Impfung. Andere Länder wie Schweden und Polen erklärten dagegen, keine Pläne zu einem solchen Schritt zu haben. Unter Berufung auf ihren Sicherheitsausschuss hatte die EMA gestern noch erklärt, „dass der Nutzen des Impfstoffs weiterhin die Risiken überwiegt und der Impfstoff weiterhin verabreicht werden kann, während die Untersuchung von Fällen thromboembolischer Ereignisse fortgesetzt wird“.

Astra-Zeneca gab sich auf Anfrage zunächst zurückhaltend. Man sei sich der dänischen Entscheidung bewusst, sagte ein Konzernsprecher. Eine umfassende Datenanalyse habe gezeigt, dass es „keine Belege für ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien oder tiefe Venenthrombosen“ infolge einer Impfung gebe. Dies gelte für alle Altersgruppen, Geschlechter sowie Impfstoff-Chargen in jedem belieferten Land.

Auch die WHO sieht keinen Grund zur Aussetzung der Astra-Zeneca-Impfungen. Bislang sei in keinem Fall ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einem Todesfall und der Impfung nachgewiesen worden, betonte WHO-Sprecherin Margaret Harris. „Astra-Zeneca ist ein hervorragender Impfstoff, genau wie die anderen eingesetzten Vakzine.“

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